ZUGFeRD, das Licht am Ende des Tunnels

Fast ist es wie die Suche nach dem Stein der Weisen im Energiemarkt. Man mag kaum glauben, aber die meisten aller Energierechnungen werden im Jahr 2016 auch wieder auf Papier gedruckt und als Brief zugestellt.

Nach nunmehr 16 Jahren liberalisierter Energiewirtschaft ist eine Branche nicht in der Lage, eine elektronische Rechnung zu stellen. Aus langen freudlosen Diskussionen mit Energielieferanten musste ich leider immer wieder erfahren, das selbst die Übergabe als PDF-Datei keine Option sei, dann man eben alle Partner bis zum Versandt der gedruckten Rechnungen auf Jahre gebunden hat. Das Sparen von Papier und Porto oder gar das Schonen natürlicher Ressourcen für die Papierproduktion sind im Energiemarkt keine Argumente.

So drucken die Lieferanten seit Jahren Ihre Rechnungen auf Papier und senden Sie in Kartons direkt vor die Scanner ihrer Kunden. Das sind wahre Wertschöpfungsketten in Deutschland 2016 und voraussichtlich auch noch 2017.

Jetzt kommt aber die staatlich initiierte Revolution, denn die öffentliche Hand fordert elektronische Rechnungen und fördert auch gleich noch deren Entwicklung. Wenn man hinter den Kulissen einige Meinungen einfängt, dann hört man da, dass es wohl die GrandeNation sei, die auf europäischer Ebene die Fahne für die elektronische Rechnung voran trägt.

Eine wunderbares Akronym macht jetzt die Runde und zaubert dem interessierten Leser ein leichtes Schmunzeln ins Gesicht.

“ZUGFeRD”, das gesprochene Wort gibt klar die Richtung vor.

“Zentraler User Guide – Forum elektronische Rechnung Deutschland” eine wahrhaft europäische Schöpfung.

“Welcher Kunde benötigt eine elektronisch lesbare Rechnung und wozu?” Dies und ähnliche Fragen höre ich öfter im digitalen Zeitalter. Sie ist gleichwohl berechtigt, drückt sie aber auch den massiven und tief verankerten Glauben (oder Narrativ wie es heute heißt) aus, der 42 Mio. Kunden zu generell auf den Bruttobetrag der Energierechnungen und eine Einzugsermächtigung reduziert. Suche Sie einfach mal in den Dokumenten des BDEW oder der Bundesnetzagentur das Wort “Kunde”.

Kaum ein Lieferant ist so recht mit der Idee zu erwärmen, seine Kunden mit seiner Rechnung zu begeistern.

Aber unterstützt durch das Bundeswirtschaftsministerium kommt jetzt Licht an das Ende des Tunnels und ist gut, dass es das Licht eines Zuges ist. “ZUGFeRD” bringt und eine PDF-Datei, die jeder lesen kann oder auf eigene Kosten auch Ausdrucken. Gleichzeitig sind die steuerlich wichtigen Daten der Abrechnung auch in elektronisch lesbarem Format enthalten.

Jeder Endkunde hat so die Möglichkeit seine Energierechnungen in seine digitalen Prozesse und Systeme einzubinden wie er es gern hätte. Ob er ein Kostendiagramm auf seiner digitalen Auer sehen möchte, eine Kostenwarnung auf dem Handy erhält, oder einfach nur seine Rechnung geprüft an die Buchhaltung weiter leitet, liegt jetzt einfach in seiner Entscheidung.

Und wider Willen kann die Energiewirtschaft jetzt die Kosten für Papier, Druck und Porto jetzt einsparen. Ob sie damit wohl die Aktienkurse wieder steigern können?

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