Stromentsorgung – ein Wachstumsmarkt?

47 Kraftwerke sollen abgeschaltet werden und alle sind beunruhigt. Aber eigentlich kein Grund zur Sorge, denn die Bundesnetzagentur hat schon früher die Abschaltung von Kraftwerken untersagt, weil Gefahr für die Versorgungssicherheit bestehen würde.

Da muss mir jetzt mal einer über die Straße helfen: Auf der einen Seite werden die Erneuerbaren Energien ausgebaut und die Pläne dazu übererfüllt. Wenn wir dann jedoch zum Schwur kommen und die ersten konventionellen Kraftwerke vom Netz gehen sollen, dann haben die Ritter der Energiewende die Hosen voll.

Energie ist wie eine Droge. Das Problem ist nur, dass unsere ganze Gesellschaft süchtig ist. Wenn wir dies einmal auf Cannabis übertragen, wäre das so, als ob seit Jahren der Eigenanbau von Hanf legalisiert, ja sogar massiv gefördert worden wäre. Wenn uns nun der Dealer unseres Vertrauens einen Brief schreibt um uns zu sagen, dass er ab jetzt nur noch zweimal die Woche kommt, dann bekommen wir schon Entzugserscheinungen.

Hat die Bundesnetzagentur möglicherweise kein Vertrauen in die unfehlbare Kompetenz der Politik, ja soll hier etwa das Primat der Politik in Frage gestellt oder sogar unterwandert werden?

Ziehen wir doch mal eine gerade Linie von der aktuellen Situation zur absehbaren Entwicklung, wenn diese Kraftwerke nicht abgeschaltet werden dürfen. Da weder E.On noch RWE, Vattenfall oder EnBW Kraftwerke ohne Kosten betreiben können, muss es für den Betrieb einen kommerziellen Ausgleich geben. Damit kommen wir zur „Grundlastsicherungsumlage“, die vermutlich ab 2015 auf unseren Energierechnungen erscheinen wird.

Da Energie ja bekanntlich nicht einfach verschwindet – zumindest laut Energieerhaltungssatz ist dies nicht möglich – steht diese dem Markt zur Verfügung. „Markt“, was war das gleich nochmal. Ja das war diese Sache mit Angebot und Nachfrage, dieses Ding da, dass im freien Spiel einen fairen Preis finden sollte. Was passiert wohl, wenn jetzt immer mehr Energie im Markt verfügbar wird und dieses Angebot nicht ausreichend durch die „Abschaltumlage“ gebremst werden kann? Ja dann sinken vermutlich die Preise.

Ich kann nur jedem empfehlen, mal die historischen Preise an der Strombörse durchzusehen. Da findet man dann schon mal die Ergebnisse einer Marktentwicklung mit Überangeboten. Es gibt tatsächlich negative Preise für Energie! Oder klar gesagt, man bekommt Geld bezahlt, wenn man Energie verbraucht.

Ich nenne dies ganz einfach „Energieentsorgung“.

Jetzt überschlagen wir doch einfach mal das Marktpotential. Die Energiemenge von 47 Kraftwerken, die zu Zeiten, in denen viel Wind weht, einfach überschüssig sind, muss natürlich entsorgt werden. Solange für die Energieentsorgung noch keine umfassenden Vorschriften, Richtlinien und Durchführungsbestimmung vorliegen, kann da erstmal jedermann mitmachen. Zunächst könnte man Tauchsieder, Elektroheizungen und Kaffeemaschinen – da war doch noch was – einsetzen, aber mit weiterem Ausbau der erneuerbaren Energien muss man in dieser Denkrichtung natürlich richtige Entsorgungskapazitäten aufbauen, die dann auch der Netzsteuerung zur Verfügung stehen.

Zur Entsorgung elektrischer Energie sollte diese möglichst wegen der globalen Erwärmung nicht in thermische Energie umgewandelt werden, sondern vielleicht in …
Das ist dann aber mal Stoff für einen eigenen Blogartikel.

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