Ja, Nein, Vielleicht

Ja, Nein, Vielleicht

… lautet die korrekte Antwort auf die Frage nach einer elektronischen Rechnung.

Es gibt Momente, da fehlen mir schlicht die Worte und der Atem stockt kurz. Es war an einem wunderschönen Tag im Juni. Die Sonne schien und auf der Raucherinsel war einfach gute Stimmung. Da hieß es: „Wir sind fertig mit ZUGFeRD!“. In diesem Moment war ich wirklich schwer beeindruckt, da wir in unserer Verbandsarbeitsgruppe noch darüber diskutierten, wo genau jetzt die Zählpunktbezeichnung in der Rechnung angegeben werden soll.

Große Dienstleister und Softwareunternehmen  halten sich nicht mit Detaillösung auf. Da wird umgesetzt und fertig! Wer möchte daran zweifeln? Man ist quasi schon fertig, wenn die Überschrift gelesen wurde und man einen kennt, von dem man glaubt, dass er den ganzen Text gelesen hat.

Nur ein kleiner Hinweis für den geneigten Leser: „Fragen Sie in solchen Situationen nur dann weiter ins Detail, wenn es wirklich wichtig ist! Die Wahrheit wird Ihnen nicht gefallen und mit den Fragen machen Sie sich auch keine Freunde!“

JA wir können elektronische Rechnung im ZUGFeRD-Format stellen, hieß es also im Juni. Jetzt im Dezember, wenn alle anderen fertig sind, die Schnittstelle zur Buchhaltung getestet ist, das Archivsystem auf neue Belegnummern zur Indizierung vorbereitet und alle neuen internen Prozesse seit September zur Probe laufen, kommt das NEIN. „Also wir können keine elektronische Rechnung, in keinem elektronischen Format, weder ZUGFeRD, noch INVOIC oder irgendeinem anderen.“

Jetzt bleibt nur die Hoffnung auf ein „VIELEICHT können wir die Rechnungen ja wenigstens als Listenauswertung bekommen?“

Um etwas Positives in der Sache zu sehen, denke ich, dass es ein aktiver Betrag zum Klimaschutz ist. Eine typische Rechnung umfasst sieben einseitig bedruckte A4-Blätter mit 80g/m². Wenn man sich eine monatliche Abrechnung für 1.000 Zählpunkte vorstellt, dann ist dies ein ansehnlicher Stapel Papier. Immerhin werden dafür Bäume gefällt, so dass Platz für neue Bäume geschaffen wird, die CO2 in Biomasse wandeln. Mit jeder gedruckten Papierrechung wird also aktiv CO2 gebunden. Gewissermaßen schafft  ein Energieversorger damit einen Ausgleich für den eigenen CO2-Ausstoß. Der Kreis schließt sich also.

Diese Dimension hatte ich so zuvor noch nicht gesehen.

Seltsam!

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