EEG-Fallen im Garten

Beim Blick über den Gartenzaun meines Nachbarn am Abend des letzten Sonntags habe ich meinen Augen kaum getraut. Da standen plötzlich dutzende kleiner Solarlampen im gesamten Garten verteilt. Hier wird doch tatsächlich Solarstrom erzeugt, auf den keine EEG-Abgabe abgeführt wird, dachte ich mir. Denn eine solche Lampe speichert über den Tag hinweg maximal 2,52 Wh. In 365 Tagen kommt da fast eine ganze Kilowattstunde zusammen. Und da steht ja nicht nur eine Lampe.

Ich bin gleich mal durch unsere Siedlung gefahren, um mir einen Überblick über die gesamte Lage zu verschaffen. Denn diese Lampen haben tatsächlich eine sehr breite Anhängerschaft gefunden. Wer keinen Garten vor der Tür hat, steckt sie in seinen Blumenkasten auf dem Balkon. Wenn ich davon ausgehe, dass vielleicht 10 Millionen dieser Lampen allein in Deutschland verkauft wurden, dann entgehen dem EEG-Markt ca. 6 Millionen Euro jährlich. Sollte die Energiewende also scheitern, dann wissen wir zumindest schonmal, woran es gelegen haben kann.

Ich habe meine Recherchen dann gleich noch ausgeweitet und festgestellt, dass in den Baumärkten und im Internet nun auch richtige stationäre Gartenlampen mit Solarbetrieb verkauft werden. Auf den Wohnmobilstellplätzen an unserem See hat zudem jedes zweite Fahrzeug Solarzellen installiert. Hier wird die staatliche Energiewende eindeutig durch private Initiative unterwandert.

Da es sich bei der EEG-Umlage ja schon dem Namen nach um keine Steuer handelt, ist die Frage zu stellen, wer der Geschädigte ist. Dies dürfte wohl die Lobby der Energieverorger sein, die das Thema erneuerbare Energie in den letzten Jahren für sich entdeckt hat. Hier ist nun eigentlich eine Grundsatzentscheidung fällig: Soll man tatsächlich die erzeugten Mengen erfassen und mit einer Umlage belegen? Oder reicht es, eine pauschale Umlage in den Verkaufspreis einzurechnen? Eine pauschale Umlage auf jede Solarzelle wäre sicher die einfachste Lösung. Aber auf der anderen Seite würde die Erfassung der erzeugten Energiemengen auch super in das Thema SmartGrid passen.

Diesen Gedanken muss man jedoch leider gleich wieder in die Ecke stellen. Auf den potentiellen Abgabenbetrug angesprochen, wollen die potentiellen Betrüger einfach statt der Solarlampen auf klassische Pechfakeln umstellen. Ist dies dann eine Form von Abgabenflucht? Hier ist die EU gefordert, den Verkauf und die Nutzung von Pechfackeln zu verbieten! Ein solches Verbot muss dann auch auf europäischer und internationaler Ebene umgesetzt werden, damit illegale Wege kategorisch unterbunden werden. Aber auch dafür hat der potentielle Abgabenbetrüger bereits ein Abgabenschlupfloch im Blick. Dann sitzt er doch lieber im Dunkeln. Dabei kann man die Sterne auch viel besser beobachten.

5 Gedanken zu „EEG-Fallen im Garten“

  1. Mensch, Dirk,
    nur gut, dass ein es noch ein paar Aufrechte gibt in unserem Lande, die Licht ins Dunkel unserer verschatteten Welt bringen. Würden doch mehr solch‘ ruchloses Tun erkennen und anprangern. Wehret den Anfängen, diese Schlupflöcher müssen dringend gestopft werden. Ich habe schon ein Zählersystem marktreif, mit dem solche Schwarzerträge lückenlos erfasst werden können. Alles per Satellit und online, versteht sich. Wäre doch gelacht, wenn wir den ausgebluteten Stromkonzernen nicht zu ihrem verbrieften Recht auf jeden Cent verhelfen könnten!
    Venceremos!

  2. Sehr geehrter Herr Galter,

    in Anbetracht Ihrer Absicht bei der Überwachung von uns armen, Abgaben gebeutelten Privatpersonen, zu uns wohlgekannten Methoden zu greifen, tragen wir uns mit dem Gedanken, uns alternative Leuchtmittel zuzulegen.

    Hierbei sind die Pechfackeln keine uninteressante Alternative. Spenden sie nicht nur Licht, sondern auch noch Wärme.
    Lagerungsmöglichkeiten haben wir sicherheitshalber bereits geschaffen und sparen schon mal eine Summe an, um ein größeres Kontingent zu erwerben.
    Es wäre schließlich sehr unerfreulich, wenn wir ein ähnliches Debakel erleben würden, wie beim Glühlampenverbot. Wir verpassten seinerzeit den rechten Moment, weil wir nicht das immense Ausmaß der Folgen dieser Verordnung erfassten. Nun müssen wir mit potenziell gefährlichen und sondermüllbelasteten Leuchtmitteln leben.

    Ich bekenne offen, dass wir die Balkonsolarlämpchen nur als umweltfreundliche Alternative sahen, welche Helligkeit in unsere dunklen Stunden jenseits des kalten Lichtes der Energiesparlampen brachten. Wir schafften sie nicht an, um vorsätzlichen Abgabenbetrug zu begehen…

    Dass Sie uns nunmehr hier auch den Schalter umlegen möchten, belastet uns schwerer als die CO2 Bilanz der angesprochenen Pechfackeln.

    Als potentielle, zukünftige Schwarzleuchterin plädiere ich für eine staatlich regulierte und sozial verträgliche Erzeugerfreimenge. Sonst, so fürchte ich, werde ich irgendwann noch Emissionszertifikate für meinen persönlichen CO2 Ausstoß handeln müssen, um möglicherweise erhobenen Abgaben zu entgehen.

    Verbindlichst, Ihre Schwarzleuchte U. Drayling

    1. Pech und Schwefel! Sind Sie des Teufels?!
      Schwarz leuchten und brennen heißt, die Fakten verkennen. Und die lauten: Wer nicht freiwillig, vorauseilend, und vor allem vollständig abgibt, dem wird aber sowas von heimgeleuchtet! Da wird nicht lange gefackelt, glauben Sie mir. Und wer nicht zahlen will, hat eben… genau: Pech gehabt! Da sind Ihre Vernebelungstaktiken rein gar nichts wert, werte Frau Drayling…

  3. Wahrlich ein Teufelszeug, das der Energiewirtschaft den Garaus machen könnte. Gehörig besteuert muss diese Plage werden. Genauso Dynamolampen, Fahrraddynamos. Oder das in neueren Fahrzeugen in Mode gekommene Rekuperieren sollte gleich wieder verboten werden. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder beim bergabrollen einfach so seine Batterie auflädt.
    Steuer drauf auf das Kleinzeug und gut ist. Funktioniert ja auch bei der Pauschalabgabe für Kopierer und Speichermedien. Gibt ein paar Milliönchen, die sich dann gönnerisch an notleidende Konzerne verteilen lassen.

    1. Dem Gemeinwohl dienen solche Abgaben ja schon lange nicht mehr. Es geht nurmehr darum immer mehr Geld einzuheben und eine Begründung dafür zu finden. Da kann der Bürger leider nur zornig in sich hinein lächeln.

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