Die Grüne Woche der Energie

Die e-world als vermutlich größte Branchen,esse für Strom und Gas, hat gerade ihr Tore geschlossen.
Ich könnte viele interessante Gespräche führen, die sich viel um Technik und Dienstleistung gedreht haben.
Aber irgendwie hatte ich auch den Eindruck, dass diese Messe ein Ableger der Grünen Woche ist.
Die Stände fast aller Anbieter von Strom und sind wunderbar gestalltet. Es gibt den ganzen Tag reichlich zu Essen und Trinken.
Wenn man nur ein paar Gigawattstunden kaufen möchte kann man es vermutlich schaffen, dass man Mittags schon nicht mehr fahrfähig ist.
Damit ist man dann auch gut auf die Standpartys vorbereitet, die ab 17:00 anfangen ihre akustischen Botschaften durch die Hallen zu senden.

Ich frage mich, wo jetzt der Wert der angebotenen Leistungen liegt. Es geht ja immer noch um Strom und Gas, oder?

Seltsam!

Antwortomaten die nächste Innovation

Vermutlich haben alle außer mir schon längst gewußt, wie ein Politiker funktioniert.
Nur ich bin wieder der Letzte mit meiner Erkenntnis, aber damit kann ich leben.
Wie auch immer, ich habe das Funktionsprinzip jetzt auch verstanden!

Ein schlauer Mensch sagte mal, dass alles digitalisiert wird, was sich digitalisieren läßt.
In den 80ern haben wir uns kaum vorstellen können, dass man in Filmen Computertechnik für technische Effekte nutzen könnte.
Dann kamen Trendprognosen, dass Schauspieler vollständig durch den Computer ersetzte werden könnten.
Nein, dass konnte ich mir damals ehrlich nicht vorstellen, doch heute ist es dank Pixar und anderen eine selbstverständliche Realität geworden.

Jetzt ist also die nächste Stufe dran, in der Politiker digitalisiert werden.
Auch wenn es schon jeder weiß, aber Politiker reagieren immer nur auf Schlagworte. Ein Politiker ist einfach ein riesiger assoziativer Speicher mit vorgefertigtem Sprech auf jedes Schlagwort.
Wenn es mal einen Zugriffsfehler gibt und die Fehlerbehandlungsroutine durch den Anwender übergangen wird, dann treten solche Exceptions auf, wie wir sie im ZDF zwischen Gabriel und Slomka erlebt haben (siehe Youtube).

Was benötige. Wir also für eine digitalisierten Politiker?

  1. Wir benötigen eine Liste an Schlüsselworten. Dies hat Google sicher excellent aufbereitet und kann sogar sagen, welches Stichwort wann wir oft von wem zu erwarten ist.
  2. Wir benötigen einen Satz von Antworten, die wohlformuliert sind und vor allem politisch korrekt auf die jeweilige beabsichtigte politische Nische fokussieren.
    1. Die Antworten müssen viele Worte enthalten, die dem Zuhörer vertraut klingen (also keine Fremdwörter)
    2. Die Satzkonstruktion muss so komplex sein, dass der Zuhörer dem Inhalt im gesprochenen Satz gerade so nicht folgen kann.
    3. Die Antworten müssen so einfach klingen (aber nicht sein!), dass kein Zuhörer zugegeben würde, dass er den Inhalt nicht verständen hätte.
  3. Wir benötigen für die einzelnen Menschentypen jeweils eine Rolle die besetzt wird. Jeder halbwegs professionelle Drehbauchautor, wird hier eine gute Mischung zusammenschreiben können.

Auf jedenfalls benötigen wir:

  • eine Vaterrolle
  • eine Mutterrolle
  • einen Kumpeltypen und eine Freundin

Was erreichen wir damit?

  1. Wir senken die Kosten des Politikbetriebes
  2. Alle Politiker sprechen politisch korrektes Neusprech nach Orwell und niemand eckt mehr an.
  3. Mit deutlich weniger aber dafür klar definierten Rollen können wir breite Bevölkerungsschichten ansprechen.
  4. Die kleinen politischen Unterschiede der Parteien können perfekt und sicher herausgearbeitet werden.
  5. Keine Sprachbarrieren innerhalb der EU mehr, da Interviews jederzeit und sogar parallel mit mehreren Partnern in mehreren Sprachen geführt werden können.

Da in der EU ja auch keinerlei nationale Interessen mehr bestehen sollen, ist dies die perfekte Lösung.

Warum nur habe ich das Gefühl, dass da noch ein entscheidender Punkt fehlt, der die gesamte Sache in Frage stellt?
Seltsam!

Eine schöne Beschehrung

Es sind alle Lichtlein angezündet.
Was bringt wohl der Weihnachtsmann?
Spielzeug für die Kinderlein! Eine kleine Aufmerksamkeit für Freunde, Eltern und Verwandt.
Aber auch die Bundesregierung hat einige Gaben unter den Baum gelegt.
Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann und er hat auch in diesem Jahre wieder eine schöne neue Abgabe für Energiekunden im Sack dabei.
In diesem Jahr gibt es eine völlig neue AblaV.
Wer dachte, dass nach der NEV und der OffshoreUmlage nichts mehr kommen würde, der hat ein deutliches Innovationsdefizit.
Tja, da gab es doch erst eine Erhöhung der EEG-Umlage und manch einer hatte die durchaus verständliche Hoffnung, dass es in diesem Jahr damit genug sein sollte.
Aber Moment mal, da war doch etwas. Gab es nicht mal die Diskussion über die Vereinfachung des Steuersystems.
Gar eine Flat-Tax war im Gespräche.
Et viola, hier ist es, dass vereinfachte Steuermodell!
Jeder wird auf der Basis seines Energieverbrauches besteuert. Diese Steuer lässt sich extrem leicht berechnen und es gibt auch kaum Ausnahmen. Diese Steuer gilt für alle gleich und ist damit über alle Maßen sozial gerecht.
Gut für einige ist es gerechter als für andere, aber es ist zumindest einfach zu berechnen und jeder hat seine Belastung selbst über seinen Energieverbrauch selbst in der Hand.

Und für die Umwelt ist es auch ein Seegen.
So sieht ein perfektes ökologisch orientiertes Steuermodell aus!

Wenn wir jetzt dieses wunderschöne Steuermodell 2.0 haben, dann könnte doch das alte Modell auch mal entsorgt werden.
Dies gehört ganz klar in die Vorsätze für das neue Jahr bzw. die nächste Ligislaturperiode.
In dieser Sache kann man ganz fest an den Weihnachtsmann glauben.
Dass wir uns auf ihn verlassen können hat er uns ja mit der neuen AblaV bewiesen.

Seltsam

Der Wenn-Stapel

Der „Wenn-Stapel“ ist sicher keine neue Erfindung, nur fällt er mir in letzter Zeit so sehr auf, dass ich ihn fast nicht mehr hören kann.

Es ist fast egal, ob gerade der Euro, die EU gerettet oder die Energie in Deutschland gewendet wird.

Immer wenn es im Erklärungen geht, welche Konzepte man verfolgt und weshalb diese erfolgreich sein werden, dann folgt mit 99,9%-iger Sicherheit ein „Wenn-Stapel“.

Das hört sich dann etwa so an:

  • Wenn die FDP von Ihrer Position abrückt.
  • Wenn die Opposition endlich versteht, worum es in der Sache wirklich geht.
  • Wenn Energieunternehmen ihren Worten auch Taten folgen lassen.
  • Wenn die Sonne scheint.
  • Wenn der Wind aus dem Süden lau weht und 23,4° C nicht übersteigt.

Ja, dann werden die deutschen Netze ausgebaut und alle Probleme gelöst werden können, dass ist überhaupt keine Frage. Daran kann auch keinerlei Zweifel bestehen. Die Energiewende ich also sicher zu bewältigen!

Also ich denke, dass wenn, man selbst nicht daran glaubt, dass eine Sache realistisch umzusetzen ist, dann sollte man dies auch klar kommunizieren und nach alternativen Lösungswegen suchen. Eine solche Verschleierungstaktik, an deren Ende dann wieder Notmassnahmen stehen werden, hilft niemandem!

Energie geht uns alle an!

Tractorpulling der Weltwirtschaft

Letztens las ich eine Artikel über das Wirkend des Zineszinses und das von Fed betriebene Geldsystem, welches Geld aus dem Nichts erschafft und dafür Zinsen verlangt.
Jetzt will ich mich hier nicht darüber auslassen, wie man innerhalb 12 Monaten in einem geschlossenem System aus 100% Geldvolumen 102% machen kann. Viel interessanter finde ich die Frage, was bedeutet dies für den Energieeinsatz?
Spulen wir aus dem Jahr 1913 (Gründung der Fed) einfach mal 95 Jahre vor. Jetzt stecken so viele Zinsbelastungen (einschließlich Steuern zur Tilgung staatlicher Zinsen) in jedem Produkt, dass wir einen Grad an Produktivität benötigen, den wir nur noch durch zunehmende Automatisierung und steigenden Energieeinsatz erreichen können. Beide Komponenten (Automatisierung und Energie) sind im Grund nichts anderes als Ersatz menschlicher Arbeitsleistung, die sonst nicht in dieser Konzentration und Präzision bereitzustellen ist.
Es ist vergleichbar mit dem etwas eigenwilligen Sport des Tractorpulling. Auch hier muss man um voran zu kommen, immer mehr Energie aufbringen. Am Ende kommt aber trotzt größter Kraftentfaltung und höchsten Energieeinsatzes (den Verbrauch pro 100km will hier niemand wirklich wissen) das gesamte Gespann zum Stillstand.

Wenn wir jetzt von panischen Politikern hören, dass sie in das Sparen hinein investieren wollen (darüber an dieser Stelle nachzudenken lohnt sich nicht), dann lässt dies nur folgende energetische Alternativen zu:

  • der Energieverbrauch muss steigen und in der Folge der Energiepreis, oder/und
  • die Energieffizienz muss gesteigert werden, um den steigenden Kosten zu begegnen.
  • irren sich die Politiker, dann treten die gleichen Effekte bei fallenden Energiepreisen und sinkenden Verbräuchen auf, weil sich bei sinkenden Umsätzen jeder um die Kostenreduzierung bemüht.

Ohne Energie ist alles nichts!

Energie ist einfach!