Wer führt das Stromnetz?

‚Das Stromnetz benötigt rotierende Massen, damit die Frequenz von 50 Hertz stabil gehalten werden kann.‘ Was höre ich da? An Pfingsten hatte Deutschland eine Ökostromquote von mehr als 100 %. Damit war Deutschland vermutlich schon vor dem Anpfiff der Fußball-WM ‚Weltmeister der Energiewende‘ – zumindest über Pfingsten. Aber es stellt sich in der Tat eine spannende Frage, die zumindest ich so noch gar nicht gesehen habe: Wer gibt eigentlich die 50-Hertz-Schwingung vor? Na vermutlich hat das erste Kraftwerk, das ans Netz gegangen ist, den Takt einst vorgegeben und alle anderen haben sich darauf eingestellt. Es gibt auch bei den großen Netzbetreibern Wiederanlaufprozesse nach einem Blackout. Aber immer wieder werden alle Erzeuger nach und nach auf die 50-Hertz-Welle synchronisiert und aufgeschaltet.

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Unsicherheitsfaktor Selbstablesung

Wenn man sieht, was durch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und die PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) so alles an Sicherheit für den Energiezähler vorgesehen wird, dann befällt mich sofort der uralte Spruch „Was ich selber denk und tu, dass trau ich jedem anderen zu.“ JA wir leben in einer unsicheren Zeit, aber war die Zeit jemals wirklich sicherer? Demnächst sollen die Verbrauchsdaten der neu zu installierenden Zähler mit so hoher Sicherheit übertragen werden, dass nur noch elektronische Geldtransfers sicherer sind.

Letztens hatten wir wieder einen Ablesezettel im Briefkasten, der die Möglichkeit anbot, den Zählerstand selbst abzulesen, einzutragen und zurück zu senden. Dieser Gegensatz zu dem, was für den elektronischen Zähler geplant wird, ist unvorstellbar. Gut: Es gibt ein Briefgeheimnis, und wenn sich alle daran halten, dann liest auch niemand unseren Verbrauch mit. Aber fühle ich mich selbst der Verantwortung gewachsen, meinen eigenen Zählerstand abzulesen? Welche Ziffer gilt, wenn die Zählwerksrolle gerade auf der Kippe steht? Muss ich die untere oder die obere Ziffer ablesen? Man will ja auch keinen Fehler machen und nichts übersehen! Schnell steht man als Sünder am Pranger. Der „Falschableser“ steht dann in der Zeitung und man traut sich dann kaum noch durch die Straßen unseres überschaubaren Örtchens zu gehen.

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